Gleich vorneweg: Hier nur erklärt, wie Interlacing im Prinzip funktioniert. Die genaue Funktionsweise eines Fernsehers oder die Übertragung von Videosignalen ist unerheblich für das Verständnis, und wird hier nicht thematisiert.
Das Interlacing teilt das Bild also in Halbbilder auf. Das erste Halbbild besteht aus allen ungeraden Bildzeilen, das zweite aus allen geraden. Die Halbbilder werden nun abwechselnd projeziert. Bei einem Fernseher zum Beispiel fährt ein Laser erst alle ungeraden, dann alle geraden Bildzeilen ab um das Bild auf die Mattscheibe zu werfen. Eine stark vereinfachte Darstellung:
Man sollte allerdings bedenken, dass ein PAL-Bild 625 Zeilen hat, und 50 Halbbilder pro Sekunde geschrieben werden. Den Aufbau der einzelnen Zeilen ist also wegen der extremen schnelligkeit des Bildaufbaus nicht am Fernseher sichtbar.
Wenn man jedoch eine interlace Video auf einem progressiven Medium abspielt, wird die Funktionsweise sichtbar. PC Monitore eigenen sich hierfür, denn sie arbeiten immer progressiv. Es werden also bei jedem Bildaufbau alle Bildzeilen geschrieben, obwohl bei einem interlace Video nur jede zweite Zeile pro Takt gespeichert ist. Das müsste strenggenommen dazu führen, dass jede 2. Zeile schwarz bleibt. Und zwar abwechselnd die geraden und ungeraden. Um diesen unschönen Effekt zu vermeiden, wird jede Bildzeile 2 Take lang gezeigt. Das führt dazu, dass es zu einer “Streifenbildung” kommt. Diesen Effekt kann man besonders gut bei starken Bewegungen beobachten. Hier eine anschauliche Grafik die diesen Effekt zeigt:
Die Auflösung ist natürlich bei Videos viel höher. Dennoch ist dieser Effekt leider noch häufig sichtbar, auch bei Gamevideos. Ein Beispiel aus dem CL3 Trailer von TobiWahn.
Hier sieht man deutlich an den Kanten des Models, wie sich 1 Pixel hohe Kanten bilden. Diese Kantenbildung ist natürlich im ganzen Bild vorhanden. Sie fällt jedoch am stärksten bei Übergängen und schnellen Bewegungen auf.
Im nächsten Teil des Artikels wird erklärt, inwiefern Interlacing heute noch eine Rolle spielt.
Es sei übrigens erwähnt, dass es auch möglich ist, Videos zu “deinterlacen”. Soll heißen: Man kann ein interlace Video per Soft- oder Hardware zu einem progressiven Video umwandeln. Dieser Prozess ist jedoch relativ komplex, und wird hier nicht weiter behandelt. Wer dennoch mehr zu dem Thema erfahren will, bekommt auf der herrvoragenden Seite 100fps.com mehr Informationen.